Artikel Suche

Warm-up und Cool-down

 

Warum Warm-up und Cool-down für jeden Vierbeiner wichtig sind
– sowohl für den Sporthund als auch den Familienhund!

 

Wenn wir an Sporthunde denken, kommen uns oft Bilder von agilen Hunden in den Sinn, die z.B. über Hürden springen, durch Tunnel sausen oder komplexe Obedience-Übungen meistern, im Schutzdienst aktiv sind oder bei der Fährtenarbeit etc. Für diese Athleten auf vier Pfoten ist das Aufwärmen (Warm-up) vor dem Training / Turnier und der Cool-down danach ein absolutes Muss – vergleichbar mit menschlichen Sportlern.

 

Aber wusstest Du, dass diese Prinzipien auch für den ganz normalen Familienhund von entscheidender Bedeutung sind? Und warum eigentlich jeder Hund, der aktiv ist, als "Leistungshund" betrachtet werden sollte?

 

Warum Warm-up und Cool-down unerlässlich sind

Ob Dein Hund Agility betreibt, im Canicross läuft, Dog Dancing macht oder einfach nur ausgiebige Spaziergänge / Wanderungen und Tobereien genießt – seine Muskeln, Gelenke und Sehnen sind Belastungen ausgesetzt.

 

Das Warm-up: Den Körper auf Betriebstemperatur bringen

Ein gutes Aufwärmprogramm bereitet den Körper Deines Hundes auf die bevorstehende Aktivität vor. Es erhöht die Körpertemperatur, verbessert die Durchblutung der Muskeln und macht Sehnen und Bänder elastischer. Stell Dir vor, Du würdest aus dem Stand einen Sprint hinlegen – das Verletzungsrisiko wäre enorm! Genauso ist es bei Deinem Hund.

 

Vorteile des Aufwärmens:

  • Verletzungsprävention: Warme, gut durchblutete Muskeln sind weniger anfällig für Zerrungen oder Risse.
  • Verbesserte Leistung: Ein aufgewärmter Körper ist leistungsfähiger und koordinierter.
  • Mentale Vorbereitung: Das Aufwärmen kann auch dazu dienen, den Hund mental auf die bevorstehende Aufgabe einzustimmen und die Konzentration zu fördern.

 

Die häufigsten Verletzungen sind arthrotische Veränderungen an Zehen, Fersengelenk und Karpalgelenk, Muskelzerrungen, Sehnenansatzbeschwerden, Wirbelsäulenveränderungen / gestörte Funktion, gestörte ISG-Funktion oder auch Kiefergelenksbeschwerden.

 

Plötzliche und sichtbare Verletzungen sind z.B. Kapselrisse, verschobene Gelenke (Luxationen), stumpfe Gewalteinwirkung von außen (Prellungen), Überdehnung von Sehnen, Bändern, Muskulatur (Zerrungen) und eher selten Knochenbrücke (meist sind das Zehenfrakturen, die erstmal gar nicht auffallen).

 

Die Dauer des Heilungsprozesses liegt in etwa bei:

·         Zerrung                                  4-6 Tage

·         Verstauchung                         2-3 Wochen

·         Prellung                                  3-6 Wochen

·         Fraktur                                    6-8 Wochen

·         Kapselverletzung                    bis zu 3 Monate

·         Bänder-/Sehnenverletzung    bis zu 6-9 Monate

 

Ein Aufwärmen muss nicht lange sein: Ein paar Minuten lockeres Traben an der Leine, Slalom durch die Beine laufen, Drehungen um sich selbst, ein paar sanfte aktive Dehnübungen je nach anschließender Aktivität (z.B. Kopf zu den Pfoten führen etc.), oder ein paar ruhige Balanceübungen reichen oft schon aus.

 

Das Cool-down: Sanftes Herunterfahren

Nach der körperlichen Anstrengung ist der Cool-down genauso wichtig. Er dient dazu, den Herzschlag und die Atmung langsam wieder zu normalisieren, Milchsäure aus den Muskeln abzutransportieren und den Körper schrittweise in den Ruhezustand zu versetzen.

Vorteile des Cool-downs:

  • Schnellere Regeneration: Abfallprodukte des Stoffwechsels werden besser abgebaut, was Muskelkater vorbeugt, und die Erholung beschleunigt.
  • Verletzungsprävention: Ein plötzliches Beenden intensiver Aktivität kann zu Muskelverspannungen oder -krämpfen führen.
  • Entspannung: Hilft dem Hund, zur Ruhe zu kommen und die aufregende Aktivität positiv abzuschließen.

Der Cool-down sollte aus langsamem Gehen oder sanftem Traben an der Leine bestehen, gefolgt von leichten, passiven Dehnübungen oder einer kurzen Massage. Außerdem sollte der Hund Wasser bekommen und evtl. etwas runtergekühlt werden (in den Schatten gehen).

 

Warum auch Familienhunde "Leistungshunde" sein können

Viele Hundebesitzer denken, Aufwärmen und Cool-down seien nur etwas für professionelle Sporthunde. Doch das ist ein Trugschluss! Jeder Hund, der regelmäßig körperlich aktiv ist, sei es beim Spielen im Garten, bei ausgedehnten Waldspaziergängen, bei Bergwanderungen, beim Fahrradfahren, beim Schwimmen (!) beim Apportieren oder beim wilden Toben mit Artgenossen, vollbringt eine "Leistung".

Diese alltäglichen Aktivitäten können, wenn sie ohne Vorbereitung und Abschluss stattfinden, zu Muskelkater, Zerrungen, Gelenkproblemen und im schlimmsten Fall zu chronischen Beschwerden führen.

Dein Familienhund ist vielleicht kein Wettkampfathlet, aber sein Bewegungsapparat ist derselbe wie der eines Sporthundes und verdient die gleiche Sorgfalt.

 

Fazit

Betrachte Deinen Hund als den Athleten, der er ist – egal ob er Medaillen gewinnt oder einfach nur Dein bester Freund beim Spaziergang ist. Investiere ein paar Minuten in das Aufwärmen vor der Aktivität und den Cool-down danach. Es ist eine kleine Investition, die sich in einem gesünderen, leistungsfähigeren und glücklicheren Hund auszahlt – ein Leben lang!

 

Benötigst Du Routinen für das Aufwärmen und Cool-down mit Deinem Hund?

Dann spreche mich doch einfach an!