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Das Markerwort

 

Warum ist ein Markerwort im Hundetraining Gold wert?


Jeder, der schon einmal versucht hat, seinem Hund etwas beizubringen, weiß, wie wichtig klare Kommunikation ist. Hunde verstehen unsere Sprache nicht von Natur aus. Hier kommt ein geniales Werkzeug ins Spiel, das vielen Hundebesitzern das Training enorm erleichtert: das Markerwort. Aber was genau ist das und warum ist es so sinnvoll?

Was ist ein Markerwort?

Stelle Dir das Markerwort wie einen präzisen Klick mit der Stimme vor. Es ist ein kurzes, prägnantes und immer gleichbleibendes Wort (oder Geräusch), das dem Hund in dem exakten Moment vermittelt: "Genau das, was du gerade tust, ist richtig und wird belohnt!"

Häufig verwendete Markerwörter sind "Yes!", "Klick!", "Top!".
Wichtig ist, dass es sich um ein Wort handelt, das Du im Alltag sonst nicht verwendest, damit es für den Hund eine ganz besondere Bedeutung bekommt.

 

Warum ist ein Markerwort so sinnvoll?

Der größte Vorteil des Markerworts liegt in seiner Präzision. Hunde lernen durch Assoziation. Wenn wir ihnen ein Verhalten beibringen wollen, müssen sie verstehen, welches spezifische Verhalten genau gemeint ist.

Stell Dir vor, Du möchtest Deinem Hund beibringen, sich hinzusetzen. Ohne Markerwort müsstest Du warten, bis der Hund sitzt, und dann die Belohnung geben. Das Problem: Der Hund könnte in der Zwischenzeit aufgestanden sein, sich umgeschaut haben oder ein anderes Verhalten zeigen, und er würde nicht genau wissen, wofür er belohnt wird.

Mit einem Markerwort läuft es anders:

  1. Der Hund beginnt, sich zu setzen.
  2. Im Moment des Setzens sagst Du Dein Markerwort ("Yes!").
  3. Unmittelbar danach gibst Du ihm die Belohnung.

Durch dieses Timing lernt der Hund blitzschnell: "Aha, dieses Gefühl des Hinsetzens, genau in diesem Moment, löst das Markerwort aus, und das bedeutet, es gibt eine Belohnung!" Das Gehirn des Hundes verknüpft das Verhalten viel effektiver mit dem Lob und der Belohnung.

 

Weitere Vorteile:

  • Überbrückung der Zeit bis zur Belohnung: Manchmal kannst Du die Belohnung nicht sofort geben (z.B. wenn der Hund auf Distanz ein Kommando ausführt). Das Markerwort überbrückt diese kurze Zeitspanne und hält die Assoziation aufrecht.
  • Fehlerreduzierung: Da der Hund genau weiß, welches Verhalten korrekt war, reduziert es die Anzahl der Fehlversuche und Frustrationen auf beiden Seiten.
  • Vielseitigkeit: Ein Markerwort kann für jedes gewünschte Verhalten verwendet werden, von einfachen Grundkommandos bis zu komplexen Tricks.
  • Positive Lernerfahrung: Das Markerwort ist immer mit etwas Positivem verbunden, was das Training für den Hund angenehmer und motivierender macht.

 

Wie wird ein Markerwort verwendet? (Die "Konditionierung / Aufladung")

Bevor Du das Markerwort im eigentlichen Training einsetzt, musst Du es für Deinen Hund "konditionieren / aufladen". Das bedeutet, Du bringst Deinem Hund bei, dass dieses Wort immer etwas Gutes ankündigt.

So gehst Du vor:

  1. Wähle Dein Markerwort: Ein kurzes, klares Wort, das Du sonst nicht verwendest.
  2. Bereite kleine, unwiderstehliche Belohnungen vor: Käsewürfel, Wurststückchen, Trockenfleisch – was Dein Hund liebt!
  3. Starte die "Aufladung": Sage Dein Markerwort ("Yes!") und gib Deinem Hund sofort danach eine Belohnung. Wiederhole dies viele Male (20-30 Mal pro kurzer Trainingseinheit), ohne dass der Hund etwas dafür tun muss.
  4. Kurze, häufige Einheiten: Mache das mehrmals am Tag für ein paar Tage. Der Hund wird schnell lernen: Markerwort = Belohnung!

Sobald Dein Hund bei jedem Markerwort erwartungsvoll zu Dir schaut oder seine Ohren spitzt, ist es "aufgeladen" und bereit für das eigentliche Training!

 

Fazit

Das Markerwort ist ein unglaublich effektives Werkzeug im modernen Hundetraining. Es ermöglicht eine präzise Kommunikation und beschleunigt den Lernprozess enorm. Wenn Du es richtig einsetzt, wirst Du feststellen, wie viel einfacher und freudiger das Training für Dich und Deinen Vierbeiner wird. Probiere es aus – Dein Hund wird es Dir danken!