"Ruhe lernen" – Der große Trend in der Hundeszene
In den letzten Jahren ist das Thema "Ruhe lernen" in der Hundewelt zu einem echten Trend geworden. Fast scheint es so, als wäre es die wichtigste Aufgabe für jeden Hundebesitzer, seinen Vierbeiner zur Ruhe zu erziehen – am besten ständig und überall.
Ein sinnvoller Gedanke mit Tücken
Die Grundidee dahinter ist absolut richtig: Es ist wichtig, dass unsere Hunde nicht ständig unter Strom stehen. Ein Hund, der zur Ruhe findet, ist ausgeglichener und kann im Alltag besser entspannen. Doch wie so oft, kann ein guter Ansatz über das Ziel hinausschießen. Viele Hundehalter setzen die Ruhe als oberste Priorität und vergessen dabei, dass besonders aktive oder arbeitende Rassen ein Bedürfnis nach Bewegung und geistiger Herausforderung haben.
Ein Hund kann aber nur dann wirklich zur Ruhe kommen, wenn er körperlich und geistig ausgelastet ist. Er muss die Möglichkeit gehabt haben, Aufgaben zu lösen, zu spielen und sich zu bewegen. Ein Hund, der sich gesehen und verstanden fühlt, kann auch besser abschalten.
Es geht um den Wechsel, nicht um ständige Ruhe
Das Wichtigste, was ein Hund – vor allem ein Arbeitshund – lernen muss, ist der Wechsel. Der Wechsel zwischen voller Energie und Entspannung. Der Wechsel zwischen einem spannenden Suchspiel und einer Ruhepause auf der Decke.
Ruhe ist die Folge von einer guten Auslastung, nicht das Ziel an sich. Um wirklich abschalten zu können, muss Ihr Hund vorher auch einmal Gas geben dürfen. Leider wird genau das in der Diskussion um das "Ruhe lernen" oft vergessen.